Wann - und wo - werden sich kĂŒnftig WindrĂ€der in der Gemeinde Bestwig drehen? - Dass Antworten auf diese Fragen nicht einfach und mit ĂŒberaus komplexen Planungsverfahren verbunden sind, wurde erneut in der Sitzung des Bestwiger Gemeindeentwicklungsausschusses deutlich. Jörg Stralka, Leiter des Bestwiger Bau- und Umweltamtes, gab den Ausschussmitgliedern einen Sachstandsbericht ĂŒber neue Entwicklungen rund um die Windkraft-Planungen.

 

Aktuell ist die Gemeinde Bestwig dabei, ihren FlĂ€chennutzungsplan zu Ă€ndern, um weitere Konzentrationszonen fĂŒr Windkraft-Nutzung zu schaffen. Praktisch „im Gegenzug“ wird das ĂŒbrige Gemeindegebiet fĂŒr WindrĂ€der ausgeschlossen. In den bisherigen Planungen haben sich acht so genannte „SuchrĂ€ume“ herauskristallisiert: Die Bereiche „Kahler Kopf“, „Ostenberg“, „Steinbruch“, „Berlar-Heimberg“, „Bastenberg“, „Wasserfall-Dörnberg“, „Twillmecke“ und „Valme“ - sie werden weiter untersucht, ob sie fĂŒr eine Windkraft-Nutzung geeignet sind.

FĂŒr die SuchrĂ€ume „Berlar-Heimberg“, „Twillmecke“ und „Valme“ liegen seit Anfang Mai die Ergebnisse eines hydrogeologischen Gutachtens vor. Darin wurde untersucht, ob und unter welchen Bedingungen die Errichtung von WindrĂ€dern zu einem Konflikt mit dem Grund- oder Trinkwasserschutz fĂŒhren könnte. Ergebnis: FĂŒr alle drei SuchrĂ€ume wird empfohlen, TeilflĂ€chen auszugliedern, um Risiken fĂŒr das Trinkwasser zu vermeiden. Nun mĂŒsse untersucht werden, welche Folgen diese Ausgliederung von TeilflĂ€chen fĂŒr die weitere Nutzbarkeit der dann verbleibenden SuchrĂ€ume fĂŒr die Windkraft haben wĂŒrde, so Jörg Stralka. Parallel will die Gemeinde Bestwig die Untere Wasserbehörde sowie das Gesundheitsamt des HSK um ihre EinschĂ€tzungen bitten. Erst dann könne sachgerecht entschieden werden, ob dieser fachlichen Empfehlung gefolgt werden soll.

Zudem laufen zurzeit die Artenschutzuntersuchungen fĂŒr die einzelnen SuchrĂ€ume. Bislang, erklĂ€rte Jörg Stralka, gebe es „keine FlĂ€che mit unĂŒberwindbaren Hindernissen.“ Allerdings könne es durchaus mit Blick auf den vorbeugenden Artenschutz zu Empfehlungen kommen, FlĂ€chen zu reduzieren. So deuteten sich in mehreren SuchrĂ€umen so genannte „konkurrierende Nutzungen“ aufgrund windsensibler Vogelarten an - etwa, weil es Flugkorridore vom Schwarzstorch gibt oder Horste von Rotmilan oder Wespenbussard. Bis zur nĂ€chsten Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses Ende Juni erwartet Jörg Stralka einen Zwischenbericht zum Artenschutz - abgeschlossen sei das Thema damit aber keineswegs: Falls es neue Erkenntnisse gibt, mĂŒssen diese auch in eine Bewertung einfließen, „der Artenschutz spielt eine Rolle bis zum Tag des Feststellungsbeschlusses.“

Ohnehin werde es am Ende bei den Kriterien, die im gemeindlichen FlĂ€chennutzungsplan fĂŒr die kĂŒnftigen Windkraft-Zonen gelten sollen, sehr stark auf die AbwĂ€gung des Gemeinderates ankommen, erlĂ€uterte der Leiter des Bau- und Umweltamtes. Rechtlich vorgegeben sei, dass die Windkraft „substanziell Raum erhalten“ mĂŒsse - was genau dies bedeute, sei nicht starr festgelegt. Jörg Stralka: „Es kommt auf die Gesamtschau aller Kriterien an, die vor dem Hintergrund der örtlichen Gegebenheiten angelegt werden.“ Wann die gemeindlichen Regelungen zur Windkraft-Nutzung in Kraft treten  und auf dieser Basis Baugenehmigungen erteilt werden könnten, sei dagegen nach wie vor nicht sicher abzusehen, betont Jörg Stralka. Aber „aktuell liegen wir im Zeitplan und möchten nach den Sommerferien einen Änderungs-Entwurf vorlegen“, so Jörg Stralka, „und bis zur Rechtskraft steht der aktuelle FlĂ€chennutzungsplan den beantragten Windkraftanlagen entgegen.“

 

Momentan finden sie diese EintrÀge: