Velmede-Bestwig. Vor 40 Jahren wurde der Jungschützenzug in Velmede-Bestwig gegründet und auch da wusste man schon, wie gefeiert wird. Damals hat sich aus der Not eine Tugend ergeben. Zur Finanzierung der neuen Jungschützenparty musste ein Konzept her, die Rockfete war geboren. Es waren wilde Zeiten in den 70er und 80er Jahren. Die ersten Rockfeten fanden im Speisesaal der Schützenhalle statt. Eintritt 99 Pfennig und die Flasche Bier 1DM, das waren noch Preise! Die Musik wurde vom DJ aufgelegt. Nicht wie heute digital und per Knopfdruck. Nein, ordentliche Vinyl-Schallplatten wurden abgespielt. Das sind diese großen schwarzen runden Scheiben mit dem Loch in der Mitte und wo die Nadel drüber kratzt. Ein paar bunte Strahler reichten, Hauptsache die Musik war laut genug. Dafür sorgten riesige Lautsprecher mit „Bassrutschen“ in die man hineinkriechen konnte. Aus Lärmschutzgründen wurden sogar Wolldecken in die Fenster gehangen, zum Schutze der Nachbarn. Damals mussten sich die jungen Leute zu Hause noch was anhören. Rockfete, was ist das denn? Junge Männer in Frauen-Tracht? Der Schock einiger Großmütter wird sicherlich tief gesessen haben. Ja, es war was los, wenn die Musik von Deep Purple, Pink Floyd, Led Zeppelin usw. im Speisesaal zu hören war.

Heute sieht das anders aus. Die Jungschützen feiern in der großen Halle. Ein DJ legt auf, keine handgemachte Musik, sondern Elektro und House. Die Boxen werden kleiner, Licht und Ton dank modernster Technik besser. Im Grunde aber kein Unterschied zu den Abenden vor 40 Jahren, Party bleibt Party. Aber genau deshalb sollen nicht nur die jungen Leute dieses Jahr am letzten November-Wochenende auf ihre Kosten kommen. Am Freitag, den 23.11 ist die Schützenhalle für alle Fans der Rockfete geöffnet, quasi die Party vor der Party.


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Die St. Andreas Schützenbruderschaft freut sich, damit an die alte Zeit zurück zu erinnern. Musikalische Unterstützung konnte man sich u.a. von Gisbert Kemmerling holen. Er war damals bei den Rockfeten mit dabei. Leider hat er den Abend selbst keine Zeit Musik aufzulegen. Unterstützt aber bei der Vorbereitung, sodass den Freitagabend der richtige Ton getroffen wird. Die moderne Technik, die auch die Jungschützen am Folgetag für Rums Bums nutzen, gepaart mit der Musik von damals, wird für eine ganz besondere Atmosphäre in der Schützenhalle sorgen. Einlass ist ab 20:00 Uhr, der Eintritt beträgt 4,99 € oder 9,98 DM. Wie früher gibt es eine happy hour zwischen 20:00 und 21:00 Uhr mit Pils für 1,- €. Der Vorstand der St. Andreas Schützenbruderschaft und damit auch viele ehemalige Jungschützen freuen sich auf einen schönen Abend.