Es war eines der wichtigsten Ereignisse in der Gemeinde Bestwig: Hendrik Wüst, nordrhein-westfälischer Verkehrsminister, und Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, gaben das mit elf Brücken gespickte Teilstück der A46 zwischen Velmede und Olsberg gemeinsam mit Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek feierlich frei. Mit dabei waren neben Regierungspräsident Hans-Josef Vogel auch die Bürgermeister von Meschede und Olsberg, Christoph Weber und Wolfgang Fischer, sowie Vertreter von Politik und Verwaltung.

Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus nannte den 18. November 2019 einen „historischen Tag für die Gemeinde Bestwig“: „Endlich ist es so weit – endlich wird es entlang der B 7 in Velmede, Bestwig und Nuttlar zu der so lange ersehnten Verkehrsentlastung kommen – endlich wird die Gemeinde Bestwig in die Lage versetzt, den höchst zweifelhaften Ruf der „Staugemeinde“, der in den vergangenen Jahren schwer auf ihr lastete, abzustreifen.“ Darüber freuten sich, so Péus, nicht nur die betroffenen Bürgerinnen und Bürger, die entlang der von bisher täglich 20.000 Fahrzeugen befahrenen B 7 leben, sondern auch die unzähligen Berufspendler und die Betriebe in der Region. Damit komme die als „unendlich empfundene Geschichte des Weiterbaus der A 46“ zumindest für die Gemeinde Bestwig zu einem guten Ende.

Die Sorge, dass es für die Geschäftswelt zu ruhig in Bestwig werde, teilt der Bürgermeister nicht: An den Wochenenden und im Feierabendverkehr sei Bestwig ja von vielen Verkehrsteilnehmern sogar gemieden worden, um den Stau zu umgehen. Sein Appell: „Sehen wir der Zukunft also positiv entgegen.“

Sein Dank galt allen, „die sich über Jahrzehnte dafür eingesetzt haben, dass die A 46 weitergebaut wird“. Und: „Ich bedanke mich beim Landesbetrieb Straßen NRW und bei allen am Bau beteiligten Firmen, insbesondere auch bei Herrn Mede als Projektleiter, der jederzeit ein offenes Ohr für die Bestwiger hatte. Eine große Transparenz in jeder Bauphase war Öffentlichkeitsarbeit im besten Sinne, wodurch trotz der ein oder anderen Beeinträchtigung eine hohe Akzeptanz für die aufwändige Baumaßnahme erreicht werden konnte.“

Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Bestwig und der Umgebung haben sich über die Jahre und besonders an den Wochenenden immer wieder vor Ort ein Bild über den Baufortschritt gemacht, schmunzelte Bürgermeister Ralf Péus: „Mit der heutigen Verkehrsfreigabe wird das Sauerland vermutlich den meist frequentierten Wanderweg verlieren.“

Besonderes Lob galt den Gestaltern: „Die gigantischen, einer hohen Ingenieurskunst entsprechenden und optisch äußerst gelungenen Brückenbauwerke werden sich – da bin ich mir sicher – zu einem Alleinstellungsmerkmal unserer Gemeinde entwickeln.“ Sehe man sich in den sozialen Medien und im Internet allgemein um, werde der Eindruck erweckt, „dass insbesondere die Talbrücke Nuttlar als höchste Autobahnbrücke in Nordrhein-Westfalen, im Ranking der meistfotografierten Bauwerke Deutschlands inzwischen in direkte Konkurrenz zu Schloss Neuschwanstein oder das Brandenburger Tor getreten ist“.