Wasserfall. Der nächste Schritt zu einem Fußgängersteg an der „Plästerlegge“, dem höchstgelegenen natürlichen Wasserfall in NRW, ist getan: Einstimmig befürwortete der Bestwiger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung das Projekt und beschloss, einen Antrag auf LEADER-Förderung zu stellen.

Hintergrund: Weil mehrere Bäume im Bereich der Plästerlegge in den vergangenen Jahren so gewachsen sind, dass sie mit Astwerk und Laub den Blick vom benachbarten Wanderweg auf den eigentlichen Wasserfall versperren, ist die Idee entstanden, für Besucher mit einem Fußgängersteg über den Kippsiepen wieder für „klare Sicht“ auf das touristische Highlight zu sorgen. Ein Fällen der Bäume ist dazu keine Alternative: In dem Areal gilt ein strenger Naturschutz.

Bei einem Ortstermin hatten sich die Mitglieder des Gemeinderates vor wenigen Tagen zunächst selbst einen Eindruck von dem Vorhaben verschafft. Das Projekt sei sinnvoll, um die Plästerlegge wieder besser wahrnehmbar zu machen, betonte CDU-Fraktionsvorsitzender Winfried Gerold, „und was ebenso interessant ist, ist die einzigartige Natur in diesem Gebiet.“ Aufgrund der besonderen klimatischen Bedingungen im Umfeld des Wasserfalls „ist hier ein richtiger Urwald entstanden.“ Für die SPD-Fraktion befürwortete auch Vorsitzender Paul Theo Sommer das Projekt: „Der Wasserfall ist ein touristisches Alleinstellungsmerkmal, das wir nicht verstecken dürfen.“

 

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Einig waren sich die Fraktionen zudem, die „Plästerlegge“ mit weiteren Maßnahmen besser „in Szene zu setzen“. Hinweistafeln sollen Besucher über die außergewöhnliche Natur im Wechsel der Jahreszeiten informieren und auch das Wegeleitsystem soll verbessert werden. In der Ortslage von Wasserfall sollen Parkplätze ausgewiesen werden, um zu verhindern, dass Autofahrer versuchen, mit ihrem Fahrzeug in das enge Tal zu fahren.

Die bauliche Ausführung des Fußgängerstegs sei ambitioniert, unterstrich Paul Theo Sommer - schließlich sei die „Plästerlegge“ mit Fahrzeugen nicht zu erreichen. Der SPD-Fraktionschef dankte der Gemeindeverwaltung für die umfangreichen Vorarbeiten, die für dieses Projekt geleistet worden seien.

Bürgermeister Péus betonte als wichtiges Ziel die Verkehrslenkung. Durch den Fußgängersteg werde das Risiko gemindert, dass sich Waldbesucher selber einen Weg durch das Naturschutzgebiet suchen. Das sei sicherlich auch im Sinn der Fachbehörden und des Eigentümers. Er hoffe daher auf eine Zustimmung durch den Grundstückseigentümer in den nun anstehenden Abstimmungsterminen.

Für den geplanten Fußgängersteg rechnet die Gemeindeverwaltung mit Kosten von rund 70.000 Euro. Sollte der Förderantrag positiv beschieden werden, könnten bis zu 65 Prozent dieser Summe über das LEADER-Programm aus EU-Fördermitteln kommen.