Ramsbeck. Ohne Torte, aber dafür mit Museumsbahn, echtem Unter-Tage-Erlebnis und jeder Menge begeisterten Gästen: Das Sauerländer Besucherbergwerk Ramsbeck feiert in diesen Tagen seinen 45. Geburtstag. Am 27. August 1974 hat das frühere Erzbergwerk erstmals seine Pforten für Besucher geöffnet - und sich seitdem stetig weiterentwickelt.

Eine der neuesten „Errungenschaften“: Ein Audio-Guide in niederländischer Sprache. Mit ihm können die Gäste aus dem Nachbarland die Führungen im Besucherbergwerk ohne Sprach-Barriere erleben - eben genau so authentisch, wie auch die Arbeitswelt der Bergleute aus früheren Jahrzehnten ist. „Und wir bekommen viele positive Rückmeldungen, dass der Audio-Guide sprachlich und inhaltlich sehr gelungen ist“, freut sich Museumsleiterin Friederica Ihling.

In Kürze werden zudem ein neues Familienquiz und eine Museumsrallye in Betrieb gehen. Ein neuer, abenteuerlicher Workshop zum bergmännischen Geleucht vergrößert bereits jetzt das Angebot für Schulklassen und Kindergeburtstage. “Ziel ist es, Angebote für alle Altersgruppen vorzuhalten, um so allen Besucherinnen und Besuchern ein authentisches Bergbau-Erlebnis bieten zu können”, unterstreicht Friederica Ihling.

Das Ramsbecker Konzept geht auf: Bis heute haben mehr als 3,5 Millionen Gäste das Sauerländer Besucherbergwerk besucht - rund 50.000 pro Jahr. Die Einrichtung zählt damit zu den besucherstärksten Museen in NRW. Ein weiterer Trumpf: Das Besucherbergwerk ist ein Touristenmagnet für alle Wetterlagen - bei regnerischer Witterung ebenso wie bei Hitzeperioden: “Schließlich haben wir unter Tage konstant 11 bis 12 Grad”, schmunzelt Friederica Ihling, “da kann man sich gut abkühlen.”

Dass das Museum einmal 45. Geburtstag feiern würde, war von der Gründern möglicherweise so gar nicht geplant: Als am 31. Januar 1974 der Grubenbetrieb eingestellt wurde, war dies zunächst als vorläufige Maßnahme geplant. Fallende Metallpreise machten den Erzabbau in Ramsbeck unwirtschaftlich - „wenn sich die wirtschaftliche Lage ändern sollte, hätte man den Betrieb wieder aufnehmen wollen“, weiß Friederica Ihling.

Es sollte anders kommen: Die Verantwortlichen des Projektes - Walter Miederer (†) als letzter Direktor des Erzbergwerks und Werner Vorderwülbecke (†) als damaliger Bestwiger Amtsdirektor - wählten “einen für diese Zeit überaus innovativen Ansatz”, so die Museumsleiterin: In einem Bereich des Bergwerks wurden Abbau- und Förderanlagen unter Tage zugänglich gemacht; aus dem ehemaligen Kauengebäude wurde ein zu diesem Zeitpunkt modernes Bergbaumuseum.

Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus, gleichzeitig Geschäftsführer des Sauerländer Besucherbergwerks, sieht das als enorm weitsichtiges und mutiges Projekt. Schließlich lebten Ramsbeck und Umgebung damals vom Bergbau, eine Neuansiedlung von anderen Industriebetrieben war schwierig und die Zukunft des Ortes damit ungewiss: “Das Besucherbergwerk wurde so zu einem echten Baustein, um den  Strukturwandel zum modernen Fremdenverkehrsort zu bewältigen”, unterstreicht Ralf Péus.

Eine besondere Feier zum Museums-Geburtstag ist nicht geplant - ein kleines „Bonbon“ gibt es aber doch. Friederica Ihling: „Besucher, die am 27. August ebenfalls Geburtstag haben, erhalten gegen Vorlage ihres Ausweises freien Eintritt.“