Doppelter Erfolg für die Gemeinde Bestwig im Kampf gegen illegale Müllentsorgung: In gleich zwei Fällen von so genannten „wilden Müllkippen“ konnte die Gemeindeverwaltung jetzt die Verursacher ermitteln. Sie müssen nun die Kosten für die Beseitigung der „Hinterlassenschaften“ übernehmen.

Ein besonders auffälliger Fall war eine „wilde Müllkippe“ auf dem Parkplatz der Veledahöhle oberhalb von Velmede.  In einem schwer einsehbaren Bereich wurde eine große Menge an Abfällen abgekippt - deutlich zu viel für einen Transport mit einem Pkw. Grundsätzlich untersucht das Team des Bestwiger Bauhofes nach der Meldung von illegalen Müllablagerungen die Gegenstände auf Hinweise, die zum Verursacher führen können. In diesem Fall war das nicht einmal besonders kompliziert: Neben größeren Mengen an Mobiliar und Hausmüll fanden sich zahlreiche Schriftstücke mit der Adresse eines Bürgers, der in der Gemeinde Bestwig seinen Wohnsitz hat.

Als die Gemeindeverwaltung daraufhin den Kontakt mit den entsprechenden Bürger aufgenommen hatte, war dies für den Betroffenen eine große Überraschung: Er hatte die Abfälle - gegen Bezahlung - einem so genannten „fliegenden Schrotthändler“ mitgegeben, der die fachgerechte Entsorgung übernehmen sollte. Dass der Müll einfach im Wald abgekippt wurde, war zwischen Auftraggeber und -nehmer so keineswegs abgestimmt. In Absprache mit dem Eigentümer des Mülls wird der Bauhof der Gemeinde Bestwig für die ordnungsgemäße Entsorgung der Abfälle sorgen; die Kosten - ein Betrag von mehreren hundert Euro - wird dem Eigentümer in Rechnung gestellt. Die Konsequenzen des Vorgangs für den „fliegenden Schrotthändler“ sind noch offen; generell rät die Gemeindeverwaltung aber den Bürgerinnen und Bürgern, bei der Müllentsorgung auf die Seriosität von Firmen zu achten, die beauftragt werden sollen.

In einem zweiten Fall waren an der Schutzhütte am Bähnchen großräumig Abfälle verteilt worden; zudem ist - verbotenerweise - ein Lagerfeuer angezündet worden. Hier musste das Team des Bestwiger Bauhofes die Schutzhütte mit einem Aufwand von mehreren Arbeitsstunden wieder säubern und die Spuren des Lagerfeuers beseitigen. Nachdem der Vorfall öffentlich geworden war, gingen im Bürger- und Rathaus mehrere Hinweise auf den Verursacher ein, der sich schließlich selbst im Bürgeramt meldete. Er muss nun die Kosten für die Reinigung der Schutzhütte übernehmen - ebenfalls ein Betrag im dreistelligen Bereich.

Bürgermeister Ralf Péus unterstreicht, dass die Gemeinde Bestwig „wilde Müllkippen“ nicht toleriert und stets alle Möglichkeiten ausschöpfen wird, um die Verursacher dingfest zu machen. Um so erfreulicher sei es, dass dies nun gleich in zwei Fällen gelungen ist. Zum einen müssen nun die Kosten für die Beseitigung dieser Abfälle nicht - über die Müllgebühren - von der Allgemeinheit getragen werden. Und zum anderen sei dies ein wichtiges Zeichen, dass die Verursacher immer damit rechnen müssen, „erwischt“ zu werden. Ralf Péus: „Und dann sind Kosten und Aufwand, die für sie entstehen, deutlich unangenehmer als die 40 Euro, die für eine korrekte Sperrmüllabfuhr fällig geworden wären.“