Bestwig. Gelber Sack oder Gelbe Tonne - worin werden die Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinde Bestwig ab dem Jahr 2020 ihren Verpackungsmüll entsorgen? Darüber wird im November der Bestwiger Gemeinderat entscheiden. Bis dahin wollen die Ratsmitglieder den Bürgerinnen und Bürgern das Wort geben.

Hintergrund: Weil zum 1. Januar 2019 ein neues Verpackungsgesetz in Kraft tritt, haben Kreise und Kommunen künftig unter anderem bei der Art des Erfassungssystems mehr Mitsprachemöglichkeiten. Abholung und Verwertung des Verpackungsmülls ist bundesweit Sache des „Dualen Systems Deutschland“. Aktuell wird über die Abholung in den Jahren 2020 bis 2023 diskutiert - danach muss neu verhandelt werden.

Um den Ratsmitgliedern eine Entscheidung über die Frage „Gelber Sack oder Gelbe Tonne“ zu erleichtern, hat die Gemeindeverwaltung die Vor- und Nachteile der beiden Erfassungssysteme aufgelistet. So werden die Gelben Säcke alle 14 Tage abgeholt - bei der Gelben Tonne wäre der Rhythmus - nach derzeitigem Kenntnisstand - zwingend monatlich. Gerade im Sommer könne diese lange Zeit auch hygienische Probleme mit sich bringen, so Friedhelm Koch, Umwelt-Ingenieur der Gemeinde Bestwig. Zudem gebe es keinen Platzbedarf für eine zusätzliche Tonne, die Nutzer seien in der Abfallmenge flexibel und auch Fehlbefüllungen seien seltener, weil die Säcke transparent sind.

Allerdings: Die fehlende Reißfestigkeit der Gelben Säcke sorgt immer wieder für Kritik. Bei windigem Wetter können die zur Abholung aufgestellten Säcke schnell „auf die Reise“ gehen - ebenfalls werden sie mitunter von Tieren aufgerissen. Auch die Herstellung der Plastiksäcke bringt eine gewisse Umweltbelastung mit sich - ebenso ist eine Zweckentfremdung häufig zu beobachten.
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Bei der Gelben Tonne bestehen Probleme durch Wegwehen oder Aufriss - naturgemäß - nicht. Allerdings: Eine Gelbe Tonne braucht auf dem Grundstück Platz - und durch das längere Abhollintervall und Lebensmittelanhaftungen können hygienische Probleme auftreten. Zudem besteht keine Möglichkeit, weiteren Verpackungsmüll zu entsorgen, wenn die Tonne voll ist.

Die Mitglieder des Gemeinderates wollen nun am 21. November entscheiden, welches Erfassungssystem ab 2020 in der Gemeinde Bestwig gelten soll - das wurde in der jüngsten Ratssitzung deutlich. Während es in der SPD-Fraktion eine „deutliche Mehrheit für den Gelben Sack“ gebe, so Fraktionsvorsitzender Paul-Theo Sommer, will die CDU-Fraktion erst ein Meinungsbild einholen, betonte Fraktionsvorsitzender Winfried Gerold. Deshalb solle die Frage in den Einwohnerversammlungen thematisiert werden, die bis zum 21. November in verschiedenen Ortsteilen stattfinden - auch wenn man sich darüber klar sei, dass solche Tendenzen niemals repräsentativ seien, so Winfried Gerold.

Nicht umsetzbar ist allerdings eine so genannte „Hybrid-Lösung“, die von einigen HSK-Kommunen gefordert werde - eine Möglichkeit für die Bürger, individuell zwischen Tonne und Sack zu entscheiden. Diese Lösung, so hat der Abfallbetrieb des HSK bereits festgestellt, werde durch das Duale System Deutschland nicht akzeptiert.