Ramsbeck. Mehr Natur für Mensch, Tier- und Pflanzenwelt an der Valme: In Ramsbeck wird ein knapp drei Kilometer langer Abschnitt des Flusses zwischen dem Abzweig Werdern und dem Gewerbegebiet Ziegelwiese in seinen natürlichen Zustand zurückversetzt. Aus der Hand von Bernd Müller, Leiter der Abteilung Umwelt- und Arbeitsschutz bei der Bezirksregierung Arnsberg, erhielt Bürgermeister Ralf Péus jetzt einen Förderbescheid über 927.000 Euro für das Projekt.

Für die Gemeinde Bestwig sei dies „eine tolle Sache“, freute sich Bernd Müller: Die Maßnahme werde gleich mehrfach positive Effekte auslösen - so etwa in den Bereichen Klimaschutz, Hochwasserschutz und Renaturierung. Konkret soll die Valme im gesamten Bereich von Ramsbeck strukturell verbessert und aufgewertet werden. „Wir wollen die Valme so anlegen, wie es einem naturbelassenen Mittelgebirgs-Auenfluss entspricht“, erläutert Friedhelm Koch, Umwelt-Ingenieur der Gemeinde Bestwig. Sowohl für Tier- wie auch Pflanzenwelt wird sich so eine ganze Fülle von verschiedensten Lebensräumen ergeben. Dazu gehöre auch, dass im Bereich des Flusslaufs eine Reihe von Querbauwerken entfernt wird.

Gleichzeitig werde diese Natur auch erlebbar: Zum Beispiel im Bereich des neuen Ramsbecker Dorfplatzes soll ein Zugang zum Gewässer geschaffen werden. Zudem dient die Maßnahme der Gewässerreinhaltung und dem Artenschutz, weil die Valme nun für Fische und Kleinlebewesen aufgewertet werde. Damit erfüllt die Gemeinde Bestwig einen gesetzlichen Auftrag: Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet die öffentliche Hand dazu, die Flüsse in einen guten ökologischen Zustand zu entwickeln.
18 09 19 Valmerenaturierung


Parallel informierte sich Bernd Müller auch über die bisherigen Renaturierungsmaßnahmen im Bestwiger Gemeindegebiet an Ruhr, Valme und Elpe - und zeigte sich sichtlich beeindruckt von den Ergebnissen: „Das kann man mit Stolz vorzeigen.“ Insgesamt zehn Maßnahmen konnten in den vergangenen Jahren durchgeführt werden, so Bürgermeister Ralf Péus - für ihn sei besonders erfreulich, dass die Projekte auf eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung stoßen.

Nach der Übergabe des Förderbescheides will die Gemeinde Bestwig nun die Ausschreibung für das Projekt vorbereiten. Erste Schritte sollen dann noch in diesem Jahr umgesetzt werden, so Friedhelm Koch - der Schwerpunkt der Arbeiten werde dann im Jahr 2019 stattfinden. Rund 1,03 Millionen Euro sind für das Renaturierungsprojekt vorgesehen - und das sei keineswegs eine „Luxusausgabe“, unterstreicht der Umweltingenieur: 90 Prozent der Kosten werden vom Land NRW getragen; der zehnprozentige Eigenanteil der Gemeinde kann mit den so genannten „Ökopunkten“ verrechnet werden. Dieses „Umwelt-Guthaben“ ist zum Beispiel dann notwendig, wenn kommunale Bau-Projekte umgesetzt werden sollen. Umweltingenieur Koch: „Solche Projekte sind für uns deshalb mindestens kostenneutral - vom Nutzen für Mensch und Umwelt ganz zu schweigen.“