Bestwig. DSGVO - es sind diese fünf Buchstaben, die aktuell bei zahlreichen Ehrenamtlichen, die sich in Vereinen und Organisationen engagieren, für Stirnrunzeln sorgen. Die Abkürzung steht für Datenschutzgrundverordnung: Die neue EU-Richtlinie hat für erhebliche Unsicherheit über den richtigen Umgang mit Daten gesorgt. Deshalb hatte die Gemeinde Bestwig jetzt Vereine und Organisationen im Gemeindegebiet eingeladen, sich „aus erster Hand“ über die neuen Anforderungen zu informieren.

Florian Schirm von der Firma Oak Tree Datenschutz aus Winterberg gab rund 80 Ehrenamtlern im Großen Bürgersaal des Bürger- und Rathauses wichtige Grundsatzinformationen, Tipps und Handlungsempfehlungen zur DSGVO. Der Datenschutz-Experte riet den Vereinsvertretern dringend, sich mit der Materie zu beschäftigen - dass man ehrenamtlich und nicht-kommerziell unterwegs sei, entbinde nicht von der Pflicht zum Datenschutz: “Die DSGVO gilt auch für Vereine.”

Florian Schirm warb dafür, zunächst in einer Analyse festzustellen, wie es um den Umgang mit Daten im Verein bestellt ist: Wo gibt es personenbezogene Daten? Wer verarbeitet Daten - und zu welchem Zweck? Wenn mehr als neun Mitarbeiter regelmäßig personenbezogene Daten verarbeiten, muss ein Datenschutzbeauftragter bestellt werden - der natürlich auf diese Aufgabe vorbereitet werden muss, wenn es sich um ein Vereinsmitglied handelt. Ebenfalls sei es wichtig, den Umgang mit Daten zu dokumentieren und Daten vor Missbrauch oder Verlust zu schützen. Grundsätzlich sei es nicht zulässig, Daten, die einmal erhoben worden sind, für andere Zwecke zu nutzen - zum Beispiel eine E-Mail-Adresse, um einen Newsletter zuzustellen.

Datenschutzexperte Schirm empfahl den Vereinen, von den Mitgliedern Einwilligungen für die Datenverarbeitung einzuholen. Allerdings: Auch dann muss beachtet werden, dass eine pauschale Einwilligung nicht wirksam ist: „Sie muss immer auf einen konkreten Fall bezogen sein und dokumentiert werden.“ Auch technisch-organisatorische Maßnahmen, die ein Verein für den Datenschutz ergreift, müssen sorgfältig dokumentiert sein. Jede Website muss zudem eine separate Datenschutzerklärung haben - Florian Schirm: „Alle Personen, die personenbezogene Daten verarbeiten, müssen im Datenschutz unterwiesen sein und regelmäßig sensibilisiert werden.“

Der Datenschutz sei für das Ehrenamt ganz sicher kein bequemes Thema, so Bürgermeister Ralf Péus: “Gerade in Vereinen und ehrenamtlichen Gruppen ist der Informationsbedarf sehr groß.” Mit der Organisation des Info-Abends wolle man den zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, die sich an Ruhr, Valme und Elpe ehrenamtlich engagieren, Hilfestellungen an die Hand geben: “Denn sich mit dem Thema nicht zu befassen ist ganz bestimmt der falsche Weg.”

Weitere Informationen zum Herunterladen:

-> Datenschutz im Verein 2018 Links

->Informationen des LDI zum Datenschutz im Verein