Einige Ideen sind visionär, andere ganz pragmatisch: Die Bürgerwerkstätten im Rahmen des Integrierten kommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK) wurden für rege Diskussionen genutzt Vieles kam zur Sprache, Probleme wurden genannt, Vorschläge gemacht.
15 bis 53 Personen kamen zu den verschiedenen Workshops in den Ortsteilen. „Diejenigen, die da waren, haben engagiert mitdiskutiert und die Interessen ihrer Ortsteile gut vertreten“, zieht Jörg Stralka, Leiter des Bau- und Umweltamts der Gemeinde Bestwig, Bilanz. Positiv wertet er auch, dass „alle Generationen vertreten“ waren. Inhaltlich seien die Werkstätten aufschlussreich gewesen: „Es gab eine Menge Ideen, aber auch Problembeschreibungen. Nicht immer kamen dazu gleich Lösungsvorschläge.“
In diesem ersten Schritt wurden nur Ideen gesammelt: „Die Umsetzbarkeit spielte keine Rolle. Es sollte nur frei diskutiert werden, losgelöst von allen Zwängen wie Finanzierbarkeit oder technischer Machbarkeit“, so Jörg Stralka. Das Institut für Regionalmanagement (IfR), das den IKEK-Prozess in der Gemeinde Bestwig begleitet, lieferte mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse der Begehung der Ortsteile eine Diskussionsgrundlage. In einigen Dörfern hatte man schon vorgearbeitet: Auflistungen und Briefe mit Vorschlägen für die Zukunft der Dörfer wurden zum Workshop mitgebracht.
Jörg Stralka betont: „Ich hatte den Eindruck, dass viele schon sehr pragmatisch herangegangen sind: Sie haben sich mit dem Vorhandenen auseinander gesetzt, über Veränderungen und Aufwertungen gesprochen.“
Ein Beispiel: Ein Treffpunkt für Jugendliche fehle in Andreasberg. Die Lösung könnte aus Sicht der Jugendlichen das Aufstellen eines Bauwagens sein. Mehrfach wurde der Wunsch nach Angeboten an altersgerechtem Wohnen in unterschiedlichen Variationen von Senioren-Wohngemeinschaften bis zu Wohnanlagen geäußert. In jeder der sechs Werkstätten wurde die Errichtung von Ladestationen für E-Bikes vorgeschlagen.
Die visionärste und anspruchsvollste Idee: Eine Brücke solle über Ruhr, Bahn und B7 führen – von der Hanglage Alfert bis unterhalb des Schulzentrums.
Im September startet die zweite Runde: Zwischen dem 11. und 24. September finden erneut sechs Bürgerwerkstätten in den Ortsteilen statt. „Da geht es darum, was man wie umsetzen kann. Außerdem werden die Startprojekte festgelegt“, schildert Jörg Stralka das weitere Procedere.
IKEK wird auch im Gemeindeentwicklungsausschuss am Donnerstag, 28. Juni, um 17 Uhr im großen Bürgersaal im Rathaus Bestwig auf der Tagesordnung stehen.
Weitere Informationen finden sich auf der Homepage der Gemeinde Bestwig unter www.bestwig.de unter dem IKEK-Button.