Bestwig. Die Gemeinde Bestwig entlastet Eltern, deren Kinder die Offene Ganztagsschule besuchen oder ein anderes Betreuungsangebot im Grundschulbereich nutzen: Einstimmig hat der Gemeinderat jetzt beschlossen, für die Monate Februar bis April nur 50 Prozent der Elternbeiträge zu erheben - unabhängig davon, ob in diesem Zeitraum eine Notbetreuung in Anspruch genommen wird.

Hintergrund: Bedingt durch die Corona-Pandemie konnten Präsenzunterricht und Betreuung an den Grundschulen nur mit erheblichen Einschränkungen stattfinden. In der Vergangenheit hatte das Land NRW im OGS-Bereich 50 Prozent der Elternbeiträge erstattet. Wie zahlreiche andere Kommunen hatte auch die Gemeinde Bestwig auf die anderen 50 Prozent verzichtet, um die Eltern auf diese Weise zu entlasten. Analog hatte das Land auch den Trägervereinen für die Betreuung „8 bis 13 Uhr“ 50 Prozent der Elternbeiträge erstattet - ebenso wie auch die Gemeinde Bestwig.

An der Betreuungssituation habe sich nichts geändert, erläuterte Bürgermeister Ralf Péus. Und auch, wenn das Land NRW noch nicht erklärt habe, ob es auch weiter auf 50 Prozent der Elternbeiträge verzichte bzw. diesen Anteil den Trägervereinen erstatte, solle der Rat entscheiden. Sollte das Land NRW im Nachgang eine Beteiligung an den Ertrags- und Einzahlungsausfällen in gleicher Höhe in Aussicht stellen, könne - auch nachträglich - sogar ein vollständiger Verzicht auf die Elternbeiträge erfolgen.

Der Vorschlag der Gemeindeverwaltung traf bei allen drei Ratsfraktionen auf Zustimmung. Für die CDU-Fraktion regte Vorsitzender Alexander Brockhoff an, neben dem Februar auch für die Monate März und April 2021 die Elternbeiträge zu 50 Prozent auszusetzen: “Für die Eltern ist es schwierig in dieser Zeit.” Für die SPD-Fraktion zeige sich Fraktionschef Paul Theo Sommer verärgert, dass das Land NRW bislang noch keine Zusage für eine Verlängerung der 50-Prozent-Beteiligung an den Ausfallkosten gegeben habe. Den CDU-Vorschlag trage die SPD mit. Dies gilt auch für die Grünen: “Das können wir uns leisten”, so Fraktionsvorsitzender Matthias Scheidt. Ausdrücklich lobte er den Vorschlag der Verwaltung, den Verzicht auf 50 Prozent der Elternbeiträge bis zum Ende des aktuellen Schuljahres fortzusetzen, sofern es entsprechende Mitfinanzierungen des Landes NRW gebe.

Wie die weitere Entwicklung in NRW sein wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest - deshalb muss die Gemeinde Bestwig um Verständnis bitten, dass Aussagen über den April hinaus momentan noch nicht möglich sind.