Engagement für die Heimat lohnt sich in der Gemeinde Bestwig - zum einen in erfolgreichen Projekten und Initiativen; zum anderen aber auch finanziell: Mit insgesamt 5.000 Euro ist der Bestwiger Heimatpreis dotiert. Jetzt hat der Bürgerausschuss über die Vergabe der ersten Heimatpreise entschieden.

Hintergrund: Das NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung hat im Sommer 2018 das Förderprogramm „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet“ gestartet. Ein Bestandteil: Der Heimat-Preis, mit dem ehrenamtliches Engagement in Sachen Heimat gewürdigt werden soll. Das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro wird komplett vom Land NRW getragen. Im vergangenen Jahr hatte der Bestwiger Gemeinderat einstimmig beschlossen, einen solchen Heimatpreis auszuloben.

Neun Projekte wurden bis zum Ende der Bewerbungsfrist für den ersten Bestwiger Heimatpreis vorgeschlagen. „Diese Resonanz ist überaus erfreulich“, so das Fazit von Bürgermeister Ralf Péus. Wegen der großen Zahl der Bewerbungen haben die Mitglieder des Bürgerausschusses entschieden, den Heimatpreis 2020 in drei Abstufungen zu verleihen.

Der 1. Platz - verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro - geht dabei an Rainer und Gerd Mengelers, die Initiatoren und Betreiber des Besucherbergwerks Schieferbau Nuttlar. Intensiv und mit viel „Herzblut“ haben sie den stillgelegten Schieferbau Nuttlar zu einem Besucherbergwerk entwickelt, das mittlerweile weltweite Bekanntheit genießt. Denn seit 2013 gibt es die Möglichkeit, im gefluteten Teil des Bergwerks zu tauchen - es handelt sich dabei um das größte betauchbare Bergwerk Deutschlands und das zweitgrößte Europas.

Das Schieferbergwerk sei für die Brüder Mengelers zu einer Lebensaufgabe geworden - sowie zu einer bedeutenden Attraktion in der Gemeinde Bestwig und im Sauerland, würdigten die Mitglieder des Bürgerausschusses einhellig. Mit großem Fachwissen, vor allem aber auch anschaulich und spannend bringen Rainer und Gerd Mengelers Besuchergruppen die Geschichte des Bergbaus in Nuttlar und die damaligen Arbeitsbedingungen nahe.

Mit dem 2. Platz - und damit mit einem Preisgeld über 1.500 Euro - wird die Dorfgemeinschaft Velmede-Bestwig für ihren Einsatz für die Veleda-Höhle ausgezeichnet. Nach langjährigen Planungen und Baumaßnahmen konnte 2015 die Höhle oberhalb von Velmede wieder für Besuchergruppen geöffnet werden. Seitdem finden durch eine Gruppe ehrenamtlicher Höhlenführer im Sommer regelmäßig Führungen statt. Auf diese Weise wird ein bedeutendes Stück Kulturgeschichte der Gemeinde Bestwig wieder erlebbar gemacht. Besonders wichtig für die Mitglieder des Bürgerausschusses: Die Zusammenarbeit mit der Velmeder Andreas-Grundschule soll im Rahmen des Projektes noch weiter ausgebaut werden.

Den 3. Platz, der mit 1.000 Euro dotiert ist, belegt der Förderverein Sauerländer Besucherberg, der rund um Ramsbeck den Bergbau-Wanderweg geschaffen hat. Auf der rund 11 Kilometer langen Strecke können Besucherinnen und Besucher die Geschichte des Ramsbecker Bergbaus anschaulich nachvollziehen. 41 Pulte und Großtafeln informieren an besonders markanten Punkten über Baudenkmale, Gebäude, Stollen und andere Relikte.

Überreicht werden sollen die Bestwiger Heimatpreise in der Sitzung des Gemeinderates am Mittwoch, 16. Dezember. Einstimmig sprach sich der Bürgerausschuss ebenfalls dafür aus, im Jahr 2021 wieder einen Heimatpreis zu vergeben - unter der Voraussetzung, dass das NRW-Ministerium für  Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung wieder die entsprechenden Mittel bereitstellt. Dann könnten sich Bewerber, die diesmal nicht zum Zuge gekommen sind, erneut bewerben, unterstreicht Bürgermeister Ralf Péus: „Die Preisträger kommen diesmal aus dem Bereich Bergbau und Höhlen - auch andere thematische Schwerpunkte sind dann denkbar.“