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Gemeinde Bestwig investiert in Straßenunterhaltung

Bestwig. Die Straßen im Gebiet der Gemeinde Bestwig sind in einem durchschnittlichen Zustand. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Berliner Unternehmens eagle eye technologies, das die Gemeindestraßen mit High-Tech zwar nicht unter die Lupe, aber vor die Kameras genommen hat. In der jüngsten Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses wurden jetzt die Resultate der Untersuchung vorgestellt.

Im September 2024 hatte ein Spezialfahrzeug von „eagle eye technologies“ bei einer Befahrung rund 544.000 Quadratmeter an öffentlichen Fahrbahnen, Geh- und Radwegen, Park- und sonstigen Flächen auf einer Streckenlänge von 92,8 Kilometern erfasst. Das passierte quasi mit „Adleraugen“: Das Fahrzeug ist mit speziellen Sensoren und zwölf Kameras ausgestattet, mit deren Hilfe die Straßenflächen während der Befahrung erfasst werden. Die Kameras zeichnen gleichzeitig den Straßenraum und die Verkehrsanlagen auf. Im Anschluss wurden die Daten durch das Fachunternehmen für die Gemeinde aufbereitet und dokumentiert.

Dipl-Ing. Kim Gebauer von eagle eye technologies informierte die Ausschussmitglieder nun über die Ergebnisse. Im Spektrum der Zustandsklassen von 1 (Neubauzustand) bis 8 (sehr schlechter Zustand) erreichen die Straßen in der Gemeinde Bestwig im Durchschnitt einen Wert von 2,7. Dies entspreche der Zustandsklasse 4 und sei ein mittlerer Wert, so Kim Gebauer. In Kommunen mit einem gutem Straßenzustand liege dieser Wert bei 2,0 – in Städten und Gemeinden mit einem schlechten Straßenzustand beträgt der Durchschnittswert 3,6. Rund 18,1 Prozent der Flächen wurden mit den – besonders guten – Zustandsklassen 1 oder 2 bewertet – allerdings auch 8,9 Prozent der Flächen mit den schlechtesten Zustandsklassen 7 und 8.

Die im Rahmen der Befahrung erfassten Daten bilden nun die Grundlage für den Aufbau eines Straßenkatasters und eines Erhaltungskonzeptes. Damit sind sie ein wichtiges Hilfsmittel im Rahmen der gemeindlichen Straßenunterhaltung.

Gleichzeitig entwarf Kim Gebauer auch mehrere Szenarien für die weitere Entwicklung der Straßen. Würde die Gemeinde Bestwig nichts in die Straßenunterhaltung investieren, würden bis zum Jahr 2035 die Straßen in einem durchschnittlichen Zustand von 3,8 sein. Das entspricht Schadensklasse 6 – über zwei Drittel der befestigten Flächen hätten einen kritischen Zustand erreicht.

In einem Szenario „unbegrenztes Budget“ für die Straßenunterhaltung würden die Flächen bis 2035 einen Gesamtwert von 2,1 erreichen – also eine deutliche Verbesserung. Das Problem: Ein „unbegrenztes Budget“ ist für die Gemeinde Bestwig – wie für alle anderen NRW-Kommunen auch – nicht realistisch. Den Gesamtinvestitionsbedarf bezifferte Fachmann Gebauer für das Gemeindegebiet mit 31,7 Mio. Euro – davon allein 17,5 Mio. Euro im ersten Jahr. 

Dazwischen gibt es noch ein „begrenztes Budget“. Dafür hatte Kim Gebauer einen Wert von 1 Mio. Euro jährlich für die Straßenunterhaltung angenommen. Doch auch dabei würde bis 2035 ein durchschnittlicher Gesamtwert von 3,4 erreicht – die Summe reiche damit erkennbar nicht aus, um das derzeitige Niveau zu halten.

Die Gemeinde Bestwig hat sich auf diese Entwicklung bereits eingestellt: 2,62 Mio. Euro stehen schon im Haushalt des Jahres 2026 für Straßenbau und -unterhaltung bereit. Auch in den Haushaltsentwürfen für die kommenden Jahre werden der Straßenbau und die Straßenunterhaltung eine wichtige Rolle spielen, kündigt Bürgermeister Christoph Rosenau an: „Die verkehrliche Infrastruktur im Gemeindegebiet ist ein wichtiges Fundament für gute Bedingungen für Wohnen, Leben und Wirtschaft – da haben wir Nachholbedarf, da bleiben wir dran.“ In einem ersten Schritt werden  nun die Ergebnisse der Zustandserfassung und -bewertung im Straßen- und Wegekonzept 2027 sowie bei der Priorisierung der Maßnahmen 2027 für die Straßenunterhaltung berücksichtigt.