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Gemeinde Bestwig: Einstimmiger Rückhalt für Haushalt des Jahres 2026

Bestwig. Breitestmöglicher Rückhalt für den Haushalt 2026 der Gemeinde Bestwig: Einstimmig verabschiedete der Gemeinderat jetzt das Zahlenwerk von Kämmerer Roland Burmann, das gleichzeitig den finanziellen Handlungsrahmen für das Handeln von Rat und Verwaltung im kommenden Jahr bildet. Allerdings: Die Haushaltsreden aller Fraktionen machten deutlich, dass die Lage der Gemeindefinanzen keineswegs einfach ist.

Denn im Ergebnishaushalt 2026 stehen Erträgen von 28,6 Mio. Euro Aufwendungen von 32,1 Mio. Euro gegenüber. Es verbleibt also eine Lücke von 3,47 Mio. Euro – und auch die Finanzplanungen für die Folgejahre lassen spürbar negative Jahresergebnisse erwarten. Den Grund erläuterte CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Brockhoff in seiner Haushaltsrede: Zwar werde die Gemeinde Bestwig im kommenden Jahr Rekord-Einnahmen erzielen – doch auch die Ausgaben liegen auf einem historischen Höchstniveau. Alexander Brockhoff: „Die höchsten Einnahmen helfen wenig, wenn sie auf der Ausgabenseite vollständig aufgezehrt werden.“ Allein 42 Prozent der gesamten Haushaltsaufwendungen muss die Gemeinde Bestwig als Kreis- sowie Jugendamtsumlage an den HSK abführen.

Alexander Brockhoff würdigte es ausdrücklich, dass die Gemeinde Bestwig trotz dieser Rahmenbedingungen 7,7 Mio. Euro für Investitionen vorsehe – vor allem in Schulen, Sport, Feuerwehr und Straßenbau: „Das sind keine Luxusausgaben, sondern notwendige Zukunftsinvestitionen. Wenn wir an dieser Stelle heute nicht handeln, wird es uns morgen deutlich teurer zu stehen kommen.“

Besonders wichtig seien laut Alexander Brockhoff 530.000 Euro für den Grunderwerb von Wohnbauflächen. Durch den Erwerb von Flächen in Ostwig und Heringhausen verfüge man jetzt über die nötigen Voraussetzungen für neue Wohnbauflächen. Nun sei ein tragfähiges Konzept zur Vermarktung wichtig.

Auf Antrag der CDU wurden auch 100.000 Euro für mögliche Planungskosten für einen Gesundheits-Campus im heutigen Franz-Hoffmeister-Schulzentrum bereitgestellt. Es sei ein „notwendiger Startpunkt“ – nun brauche es eine Machbarkeitsstudie, wie das Schulzentrum Schritt für Schritt zum Gesundheitscampus entwickelt werden könne.

Etwas andere Akzente setzte SPD-Fraktionschef Matthias Scheidt in seiner Haushaltsrede. Es gebe eine strukturelle Unterfinanzierung im Haushalt – dafür, dass Bürgermeister Rosenau dies bei der Einbringung des Zahlenwerks „erfreulich offen ausgesprochen“ habe, dankte Matthias Scheidt: „Das sind klare und ehrliche Worte – und sie müssen zugleich ein Aufruf zum Handeln sein.“ Insbesondere bei Wirtschaftsförderung und Standortmarketing sieht der SPD-Fraktionsvorsitzende noch Nachholbedarf in Bestwig: „Ein einfaches ,Weiter so‘ reicht nicht aus.“

Die Investitionen in Feuerwehr und Straßen seien hoch – „aber notwendig. Wir können Investitionen nicht länger Jahr für Jahr verschieben.“ Daher seien auch die Kreditaufnahmen in Höhe von 4,2 Mio. Euro grundsätzlich richtig, so Matthias Scheidt. Kritikwürdig sei dagegen die vorzeitige Rückzahlung von Darlehen vor einigen Jahren – es sei ein „kurzfristiger Erfolg“ gewesen: „Mit Blick auf die weiteren geplanten Investitionen in den Folgejahren und eine ungewisse Zinsentwicklung war diese Debatte eher kurzsichtig.“

Auch mit den 100.000 Euro für Planungen zum Gesundheits-Campus konnte Matthias Scheidt sich nicht anfreunden: „Beratung ist sinnvoll – aber nicht als völlig offener Auftrag mit sechsstelligen Kosten. In dieser Form ist der Ansatz eher symbolisch.“ Insgesamt stimme die SPD aber dem Haushalt 2026 zu.

Für die erkrankte Grünen-Ratsfrau Katja Seidel verlas Bürgermeister Rosenau deren Haushaltsrede. Katja Seidel unterstützte die Investitionen in die neuen Feuerwehrhäuser: „Moderne, funktionale und sichere Gerätehäuser sind keine Luxusprojekte, sondern eine Investition in Einsatzfähigkeit, Arbeitssicherheit und die Zukunft des Ehrenamts.“ Ebenso sinnvoll sei die Modernisierung der Straßenbeleuchtung: „Der weitere Umstieg auf energieeffiziente LED-Straßenlampen verbindet gleich mehrere Ziele: mehr Sicherheit im öffentlichen Raum, geringeren Energieverbrauch, und langfristig sinkende Betriebskosten. Das ist praktischer Klimaschutz auf kommunaler Ebene – konkret, sichtbar und wirtschaftlich sinnvoll.“

Die Demokratie vor Ort sei Auftrag für alle Ratsmitglieder: „Trotz unterschiedlicher politischer Schwerpunkte müssen wir weiter an einem Strang ziehen, respektvoll miteinander umgehen und gemeinsam Verantwortung übernehmen – damit demokratische Kultur, sachliche Debatten und gegenseitiger Respekt auch in Zukunft das Gesicht der Kommunalpolitik in Bestwig prägen.“

Weitere Informationen zum Haushalt 2026 finden Interessierte unter www.bestwig.de auf der Homepage der Gemeinde Bestwig.