Ein archäologischer Schatz: Holzkohle ist Objekt des Monats Juni
Bis Ende Juni können Gäste die geschichtsträchtigen Stücke im Museum aus nächster Nähe betrachten.
Eines der zentralen Themen der Montanarchäologie ist die Frage nach dem Beginn des Bergbaus. Diese unscheinbaren Holzkohlestücke liefern Hinweise, wo schriftliche Spuren fehlen: Sie stammen aus einem der ältesten Stollen des Ramsbecker Bergbaus, dem Schafstall-Stollen im Bastenberg. Die Holzkohle entstand beim ‚Feuersetzen‘ – einer historischen Methode, bei der das abzubauende Gestein mittels Feuer erhitzt wurde, um es mürbe zu machen.
Die Datierung erfolgte mittels der Radiokarbon-Methode: Dieses Verfahren misst die Menge des radioaktiven Kohlenstoffisotops C-14, das alle lebenden Organismen aufnehmen. Nach dem Absterben des Organismus zerfällt es mit einer Halbwertszeit von etwa 5.730 Jahren. Der verbleibende C-14-Anteil verrät das Alter der Probe.
Das Ergebnis bei den im Schafstall-Stollen gefundenen Holzkohlestücken im Museum ist beeindruckend: Das verwendete Holz stammt aus der Zeit um 1.000 n. Chr. und liefert damit einen ersten konkreten Anhaltspunkt zur Datierung des frühen Ramsbecker Bergbaus.
Mit der Reihe „Objekt des Monats“ rückt das Museum in Ramsbeck regelmäßig ein ausgewähltes Exponat in den Mittelpunkt und erzählt dessen Geschichte im Kontext des Ramsbecker Erzbergbaus. So erhalten Besucherinnen und Besucher des Sauerländer Beuscherbergwerks immer wieder neue Einblicke in die versteckten Schätze der musealen Sammlung.