Bestwig. Die ersten Schritte für das Entwicklungskonzept „Zukunft gestalten”, das Perspektiven für die Gemeinde Bestwig und ihre Dörfer erarbeiten soll, sind getan - und das im wahrsten Sinn des Wortes: Auf Einladung der jeweiligen Ortsvorsteher haben Vertreter von örtlichen Vereinen, Gruppen und Organisationen in sechs Dorfrundgängen gemeinsam mit dem Team der Gemeindeverwaltung und dem Institut für Regionalmanagement (IfR) aus Marl und Bad Berleburg die Ortschaften im Gemeindegebiet „unter die Lupe“ genommen. Im Juni sollen die öffentlichen Bürgerwerkstätten folgen.

Beides sind „Etappenziele“ auf dem Weg, mit dem die Gemeinde Bestwig ihr Entwicklungskonzept erarbeiten will - „und zwar im Schulterschluss mit den Bürgerinnen und Bürgern“, wie Bürgermeister Ralf Péus unterstreicht. Hintergrund: Ende März fand im Bürger- und Rathaus die zentrale Auftaktveranstaltung statt. Formal heißt es “Integriertes kommunales Entwicklungskonzept” (IKEK), was quasi zum „roten Faden“ werden soll bei der Frage, worauf es in den nächsten Jahren in den Bestwiger Ortsteilen ankommt. In Bestwig wird der Prozess vom Slogan „Zukunft gestalten: Ein Entwicklungskonzept für die Gemeinde Bestwig und ihre Dörfer“ getragen.

Die Dorfrundgänge waren nun die ersten Vor-Ort-Termine gemeinsam mit den lokalen Akteuren. „Schließlich geht es nicht darum, dass solch ein Konzept aus der Verwaltung kommt“, so Jörg Stralka, Leiter des Bestwiger Bau- und Umweltamtes: „Es muss gemeinsam mit der Bürgerschaft vor Ort getragen werden.“ Deshalb haben die Planer im Schulterschluss mit den Vertretern von Vereinen und Organisationen Antworten auf die Frage gesucht, wie sie ihren Ort in 10 oder 20 Jahren sehen.

Sowohl Jörg Stralka wie auch Jens Steinhoff vom Institut für Regionalmanagement freuten sich über eine gute Beteiligung an den Dorfrundgängen: „Das Angebot wurde gerne angenommen.“ Immer wieder hätten sich während der Rundgänge neue Themenfelder aufgetan - zum Beispiel in Andreasberg. Hier, so die Idee der Teilnehmenden, könnte das Umfeld der zentralen Kreuzung im Ort optisch aufgewertet werden.

Ganz wichtig: Die Dorfrundgänge sind nur der Auftakt zur Diskussion und Ideenfindung mit der Einwohnerschaft. Im Juni folgen in den Ortschaften die insgesamt sechs öffentlichen Bürgerwerkstätten, zu denen alle Einwohnerinnen und Einwohner eingeladen sind. Dabei wird es auch getrennte Diskussionsrunden pro Ortsteil geben, erläutert Jörg Stralka. So soll sichergestellt werden, dass auch für die kleineren Dörfer - wie etwa Föckinghausen oder Nierbachtal in der Bürgerwerkstatt für den Doppelort Velmede-Bestwig - eine intensive inhaltliche Arbeit stattfinden kann. Die genauen Termine für die Bürgerwerkstätten werden noch bekannt gegeben.

Auch Bürgermeister Ralf Péus freut sich über das große Interesse am IKEK-Prozess: „Hier engagieren sich Bürgerinnen und Bürger für die Zukunft ihrer Dörfer.“ Gleichwohl dürfe dabei nicht vergessen werden, dass es sich bei dem Zukunftskonzept um langfristige Maßnahmen handeln wird: „Dieser Prozess endet nicht, wenn das Konzept fertig ist.“ Und zum anderen müsse immer geprüft werden, was tatsächlich umsetzbar sei. Trotz möglicher Fördergelder verbleibe immer auch ein Eigenanteil - „und da wird man immer im Einzelfall nach Lösungen suchen müssen.“ Von entscheidender Bedeutung werde deshalb auch weiter das bürgerschaftliche Engagement bleiben, so Bürgermeister Péus. Der bisherige Weg stimme ihn dabei positiv: „Es ist wohltuend, wie konstruktiv diskutiert wird.“