Bestwig. Neue Fachräume, erweiterte Mensa, neues Raumkonzept mit deutlich mehr Platz für persönliche Förderung und Lernen: Das Bestwiger Franz-Hoffmeister-Schulzentrum wird in den kommenden Jahren von Grund auf modernisiert und damit beste Voraussetzungen für die Vorbereitung auf Studium und Beruf bieten. Jetzt haben sich die Mitglieder des Bestwiger Schulausschusses vor Ort über die Konzepte informiert.

Dipl.-Ing. Hubertus Kreis vom Bau- und Umweltamt stellte den Ausschussmitgliedern vor, was bereits passiert ist - und was ab Sommer angepackt werden soll. Modernste Bedingungen für Schüler und Lehrer gibt es im jüngst fertiggestellten neuen Fachraum Chemie: Zum Beispiel acht so genannten „Medienlifte“. Sie versorgen die Schüler-Bereiche mit allem, was für Experimente nötig ist - Gas, Strom, Energie mit Niederspannung und auch EDV. Zudem gibt es einen speziellen Lehrerarbeitsplatz, der zusätzlich mit Trinkwasser und einer Abluftanlage versehen ist - gesichert hinter Glas, so dass mögliche Versuche im Unterricht „live“ verfolgt werden können.

Für die „Theorie“ steht ein Visu-Board zur Verfügung. Die digitale und interaktive Tafel erlaubt es nicht nur, Texte Grafiken, Bilder, Animationen, Töne und Filme zu präsentieren und dazu Anmerkungen zu verfassen, sondern bei Bedarf auch direkt auf das Internet zuzugreifen. Sollte einmal eine „klassische“ Tafel nötig werden, kann diese Variante vor das Visu-Board geklappt werden.

 

 Die Mitglieder des Schulausschusses informierten sich jetzt im Franz-Hoffmeister-Schulzentrum über die geplante Modernisierung - und über den neuen Chemieraum. Bildnachweis: Gemeinde Bestwig

Die Mitglieder des Schulausschusses informierten sich jetzt im Franz-Hoffmeister-Schulzentrum über die geplante Modernisierung - und über den neuen Chemieraum.

Bildnachweis: Gemeinde Bestwig

 

Der zweite Chemieraum bleibt nach wie vor in Betrieb. Perspektivisch könnte er zu einem neuen Physikraum umgebaut werden. Bereits seit einiger Zeit fertig ist der neue Biologieraum. Von Schülerschaft wie Lehrkörper gleichermaßen gebe es positive Rückmeldungen, freut sich Hubertus Kreis: „Alle berichten von einem sehr guten Lern-Klima.“ Auch die Mensa ist um einen weiteren Raum erweitert worden: Die Lehrküche der Realschule kann bei Bedarf für das Mittagessen mit genutzt werden - oder eben auch für den Unterricht, wenn Speisen selbst zubereitet werden. Hubertus Kreis: „Die flexible Nutzung steht bei allen Räumen im Mittelpunkt.“

Das soll ebenso für die Umsetzung des neuen Raumkonzeptes gelten. Der Grundsatz: Jeder Jahrgang hat ein eigenes Stockwerk in jedem der drei „Türme“ des Gebäudes zur Verfügung. Konkret erhält jeder Jahrgang zwei Klassenräume mit je einem Differenzierungsraum sowie einem weiteren Raum, der von beiden Klassen eines Jahrgangs je nach Bedarf genutzt werden kann. Ralf Péus: “Standard bei Sekundarschulen sind 1,5 Klassenräume je Klasse; wir bieten 2,5 Räume.” Dabei werden die beiden Räume einer Klasse stets eine Sichtverbindung behalten.

Begonnen mit der Umgestaltung wird bereits in diesen Sommerferien - dann stehen Arbeiten im westlichen Turm des Gebäudes an. Auch die Fenster werden in Teilbereichen erneuert. Die Außenfassaden erhalten einen Erneuerungsanstrich und die Dachkanten des Gebäudes werden mit Alu-Elementen vor dem Eindringen von Feuchtigkeit geschützt.

Die Gemeindeverwaltung schlägt vor, für die Modernisierung des Schulzentrums bis zum Jahr 2021 zwei Millionen Euro bereitzustellen. Entscheiden darüber muss der Gemeinderat im Rahmen der jährlichen Haushaltsberatungen. Genutzt werden könnten die Finanzmittel dann auch für mehr Barrierefreiheit: Insgesamt drei Aufzüge sollen in dem Gebäudekomplex entstehen. Ebenso könnten das Farbkonzept völlig neu gestaltet und der Schulbetrieb digitalisiert werden.

Angesichts der angespannten Finanzlage sei das Projekt für die Gemeinde Bestwig eine Herausforderung - und gleichermaßen ein Baustein für die Zukunftsfähigkeit, unterstreicht Bürgermeister Ralf Péus: „Damit werden wir optimale Bedingungen für unseren Sekundarschul-Teilstandort schaffen.“