Bestwig. Ein Stück mehr Natur - sowie ein Plus an Komfort und Sicherheit für Wanderer und Spaziergänger: Die Gemeinde Bestwig hat ein etwa acht Hektar großes Areal im Bereich des „Sündenwäldchens“ zwischen Bestwig und der Alfert erworben. Hier sollen künftig die - überaus erfolgreichen - Renaturierungsmaßnahmen im Bereich der Ruhr fortgesetzt werden.


Das entsprechende Grundstück, das sich auf der Nordseite der Ruhr befindet, besteht aus Wald und Grasland. Zum einen kann die Ruhr in diesem Bereich naturnah umgestaltet werden - „und damit wird gleichzeitig die Lücke von der Valme-Mündung zum Hennenohl geschlossen“, erläutert Friedhelm Koch, Umwelt-Ingenieur der Gemeinde Bestwig. Durch bisherige Renaturierungsmaßnahmen an der Ruhr im Bereich der Ortslagen von Bestwig und Velmede wurden bereits vielfältigste Biotope geschaffen – „und überaus beliebte Naherholungsbereiche für Bürger und Gäste.“


Nun soll in einem weiteren Bereich die Ruhr wieder einen natürlichen Verlauf bekommen, so der Umwelt-Ingenieur. Dazu werden die bisherigen Uferbefestigungen entfernt - „dann sucht sich das Wasser seinen eigenen Weg.“ Flachwasserbereiche und kleine Inseln entstehen; „eben das, was einen Mittelgebirgs-Auenfluss ausmacht.“


Ein weiterer positiver Effekt: Der Wanderweg, der bisher von der Brücke nördlich der Firma Busch unmittelbar an der Ruhr in Richtung Alfert verläuft, kann künftig ein Stück weit in den Wald nördlich der Ruhr verlegt werden. Die beliebte Wegeverbindung werde auf diese Weise komfortabler und auch sicherer, erklärt Friedhelm Koch. Denn die Bäume am bisherigen Weg haben mittlerweile ein Alter erreicht, das immer mehr Sicherungs- und Durchforstungsmaßnahmen nötig werden lässt, um Gefahren für Passanten auszuschließen, weiß der Umwelt-Ingenieur: „Mittelfristig hätten wir hier ansonsten in größerem Umfang Bäume fällen müssen.“ Zudem ist der bisherige Weg sehr schmal - „wenn wir eine neue Verbindung schaffen, können wir den Weg deutlich breiter gestalten.“ Dadurch können bei Notfällen auch die Einsatzkräfte Menschen, die Hilfe benötigen, besser erreichen.


Bereits jetzt hat die Gemeinde Bestwig einen früheren Wirtschaftsweg in dem Areal wiederherstellen lassen, um einen größeren umgestürzten Baum aus dem Waldstück entfernen sowie weitere Pflegemaßnahmen durchführen zu können. Auch Wanderer können den Weg gerne nutzen, unterstreicht Friedhelm Koch - da es sich aber um einen Wirtschafts- und keinen Spazierweg handelt, empfiehlt er auf jeden Fall festes Schuhwerk.


Wann die Arbeiten zur Renaturierung durchgeführt werden können, ist noch offen. In der Projektplanung befindet sich die Gemeindeverwaltung in der Abstimmung mit der Bezirksregierung Arnsberg. Auch für den Kauf des acht Hektar großen Areals erhält die Gemeinde Bestwig Fördermittel - „die Bezirksregierung hat uns diesen vorzeitigen Maßnahmenbeginn bewilligt“, freut sich Friedhelm Koch.

Ohnehin handele es sich bei den Renaturierungsprojekten keineswegs um „Luxusausgaben“, ergänzt Bürgermeister Ralf Péus: 90 Prozent der Kosten werden üblicherweise vom Land NRW getragen, der Eigenanteil der Gemeinde kann mit den  so genannten „Ökopunkten“ verrechnet werden. Dieses „Umwelt-Guthaben“ ist zum Beispiel dann notwendig, wenn kommunale Bau-Projekte umgesetzt werden sollen. Ralf Péus: „Solche Projekte sind für uns deshalb mindestens kostenneutral - vom Nutzen für Mensch und Umwelt ganz zu schweigen.“